Basketball erobert in der Region zuerst die Schulen

In Bad Godesberg und Bad Honnef entstehen regelrechte Basketball-Hotspots, wo über alle Jahrgänge hinweg Basketball in beachtlicher Qualität und mit noch größerem Engagement gelehrt wird.

Meistertitel bei Jugend trainiert für Olympia

Ohne sie hätte sich der Basketball in Bonn und Bad Honnef wohl kaum so stark entwickelt: Die ersten Pioniere auf beiden Seiten des Rheins sind 1975 Dr. Helge aufm Kampe am Siebengebirgs-Gymnasium und Werner Otto an der Otto-Kühne-Schule („Päda“). Beide eint die Fächerkombination Mathematik und Sport, was die statistische Auswertung und Begleitung eines Basketballspiels begünstigt. Generationen von Schülern werden darin ausgebildet, ein Basketballspiel nicht mit Strichliste, sondern ordnungsgemäß zu begleiten. Hört sich harmlos an, ist aber eine kleine Geheimwissenschaft. Und es ist noch eine Zeit ohne G-8-Abitur und viel Sportunterricht. Nachmittags steht Freizeit auf dem Programm – also weitgehend Basketball.

Die Früchte akribischer und leidenschaftlicher Arbeit reifen Mitte/Ende der 1970er Jahre im Rahmen des Schulmeister-Wettbewerbs  „Jugend  trainiert  für Olympia“: „Sibbi“ und „Päda“ machen Schlagzeilen in der Region. Studiendirektor Otto, selbst dreimal Deutscher Meister, führt die männliche C-Jugend 1976 immer weiter – Kreismeister, Landesmeister – bis ins Bundesfinale: Haarscharf schrammt das „Päda“-Team am Titel vorbei (34:35 gegen das Moll-Gymnasium Mannheim). Damals im Team: Martin und Stefan Otto sowie Georg Nietgen und Klaus Kühne. Die drei Jugend-Leistungsträger werden Jahre später das GTV-Herrenteam in die 2. Liga werfen.

Zwei Jahre später dann „Gold“ für das „Sibbi“: Die C-Jugend-Mädchen schlagen am 6. Mai 1978 die Waldparkschule Heidelberg im Finale mit 20:13. „Wir begrüßen den Deutschen Meister“ titelte die Honnefer Volkszeitung. Roter Teppich und rote Rosen schon am Flughafen Wahn (heute: Köln/Bonn), und die Stadt Bad Honnef stiftete einen Satz Trainingsanzüge. 1980 wiederholt das Team unter Trainer Aufm Kampe den Coup von Berlin: Wieder Deutscher Meister, diesmal in der B-Jugend-Klasse. „Dieses Mädchenteam“, heißt es in der Broschüre zum 75-jährigen Jubiläum des Rhöndorfer TV (1987), sei „wohl die beste Jugendmannschaft“, die jemals in Bad Honnef gespielt habe. Bis 1987 sollte das stimmen.

Es folgten weitere große Erfolge im Bonner und Honnefer Schulbasketball. Westdeutsche Meisterschaften (NRW) in allen Jahrgängen, auch vordere Plätze bei „Jugend trainiert für Olympia“. Längst war mit dem Aloisiuskolleg („Ako“) in Bad Godesberg ein dritter Talent-Hotspot entstanden, seitdem dort der gebürtige Rumäne und ehemalige Nationalspieler Anton Feier unterrichtete – im  Fach Sport, was unausgesprochen Basketball bedeutete. Und beim „Päda“ hatte Otto in Studienrat Klaus Fechner einen rundum kompetenten wie engagierten Mit-Ausbilder gefunden. Fechner wird 1983 gemeinsam mit Martin Otto, inzwischen Jugendtrainer am „Päda“ und im Godesberger TV, für etwas verantwortlich sein, was der General-Anzeiger am 9. Mai 1983 als „wahren Triumphzug“ bezeichnet. Sowohl die weibliche (Otto) als auch männliche C-Jugend-Mannschaft (Fechner) wird in Berlin Deutscher Schulmeister. Auch in den nächsten Jahren qualifiziert das „Päda“ sich oft für die Endrunde in Berlin.

1975