Die Telekom Baskets Bonn sind geboren

Die „Wolke sieben“ ist über den Rhein nach Bonn gezogen. Dort haben die Fans nach Fusion, Ausgliederung (Post-SV Bonn) und Neugründung eines reinen Basketballvereins (Telekom Baskets Bonn e.V.) zunächst leichte Orientierungsschwierigkeiten. Doch die ersten Zweitliga-Spiele unter dem neuen Coach Bruno Socé wehen alle Irritationen weg: Knallharte Defense, bedingungsloser Einsatz, Sieg um Sieg, ausverkaufte Heimspiele. Fazit: ungeschlagen Meister der 2. Liga Nord.

Am 27. April 1995 gewinnt Bonn im letzten Relegationsspiel gegen die TG Landshut 91:90 – der Erstliga-Aufstieg! Die anschließende Party im Pennenfeld dauert bis nach Mitternacht. Fans auf beiden Seiten des Rheins reiben sich die Hände: Die Lokalderbys sind wiederbelebt. Diesmal auf Erstliga-Niveau. Das hat bundesweit nur der Basketballkreis Bonn zu bieten.

In der darauf folgenden Saison beginnt das Wettrüsten zwischen den beiden Rhein-Rivalen. Rhöndorf holt von Erstligist Bayreuth Richard Morton, mit 21,97 Punkten pro Spiel Topscorer der Saison 1995/96, dazu den wieselflinken Steven Key. DSF-Kommentator Frank Buschmann spricht von „zwei Zauberern“, die Rhöndorf in die Playoffs führen können.

Dieses Ziel ist für den Aufsteiger Bonn wohl „eine Nummer zu groß“. Trainer Bruno Socé holt aus Berlin Gunther Behnke sowie Sebastian Machowski (bis Ende März 2015 Cheftrainer bei den Baskets Oldenburg) und aus Zagreb den – in Deutschland unbekannten – Kroaten Sinisa Kelecevic. Ansonsten vertraut Socé seinem Aufstiegsteam, das prompt den Klassenerhalt schafft.

Die Rhöndorfer enttäuschen unterdessen und erspielen sich in der Abschlusstabelle nur den 11. Platz – das reicht nicht für die Playoffs in der Menzenberger Sporthalle.

1995